Reibung als Engpass bei der Dichtungsmontage
Auf halbautomatischen Montagelinien für O-Ringe und Profildichtungen zeigt sich ein wiederkehrendes Muster: Ein Elastomerbauteil lässt sich zunächst von Hand fügen, doch im Taktbetrieb steigt die Einpresskraft sprunghaft an. Ursache ist die trockene Kontaktfläche zwischen Gummi und Metall oder Kunststoff. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein O-Ring mit 70 Shore A auf einem Edelstahl-Stecknippel benötigt ohne Gleitfilm deutlich mehr Vorschubkraft als mit einem trockenen Schmierfilm. Die Konsequenz: Der Engpass sitzt nicht im Werkzeug, sondern in der Oberflächenreibung.
Ursache: Elastomere Oberflächen sind tribologisch anspruchsvoll
Elastomere besitzen eine hohe Oberflächenenergie und passen sich unter Druck an den Gegenkörper an. Dadurch entsteht adhäsive Reibung, die mit steigender Flächenpressung zunimmt. Bei Naturkautschuk, EPDM oder FKM tritt dieser Effekt unterschiedlich stark auf; FKM zeigt oft eine besonders ausgeprägte Haftneigung. Ein konkreter Fall: Bei der Montage von FKM-O-Ringen auf Aluminiumträger reicht bereits ein kurzer Stillstand, um den Ring zu verformen. Die Ursache liegt nicht im Material selbst, sondern im fehlenden Trennfilm zwischen den Kontaktflächen. Wer nur den Vorschub erhöht, verstärkt den Verschleiß.
Lösung: Golisimo als trockener Gleitfilm
Hier setzt golisimo an: Das Präparat bildet einen trockenen, haftenden Gleitfilm auf Elastomeren und reduziert die Reibung zwischen Dichtung und Montagepartner. Entscheidend ist die Schichtdicke, nicht die Menge. Ein Beispiel: Ein mit golisimo behandelter O-Ring läuft auf einer Edelstahlhülse mit spürbar geringerem Anfahrmoment an, ohne dass sich die Dichtfunktion ändert. Die Lösung besteht also nicht in mehr Montagekraft, sondern in einer definierten Oberflächenvorbehandlung.
Schritt für Schritt: Golisimo prozesssicher einsetzen
1. Bauteil reinigen und trocknen
Elastomere müssen frei von Trennmitteln, Ölen und Staub sein. Ein Beispiel: Ein fettiger O-Ring aus der Lagerung führt trotz Gleitfilm zu Schlupf, weil der Film nicht haftet. Die Reinigung mit einem für das Elastomer geeigneten Medium ist deshalb die erste Trennstelle zwischen Erfolg und Ausschuss.
2. Golisimo dünn und gleichmäßig auftragen
Der Film wird in wenigen Mikrometern aufgebracht; sichtbare Tropfen sind ein Zeichen für Überdosierung. Ein Beispiel: Bei einer 2-mm-Schnur genügt ein sprühnebelartiger Auftrag, damit der gesamte Umfang benetzt ist. Die Menge wird über die Vorschubbewegung und nicht über den Druck geregelt.
3. Trocknungszeit einhalten
Der Gleitfilm muss vor der Montage ablüften, sonst wirkt er wie ein Schmiermittel und nicht wie eine haftende Beschichtung. Ein Beispiel: Ein sofort gefügter O-Ring rutscht auf dem Nippel, sitzt aber später nicht in der Nut. Die Trocknungszeit richtet sich nach Bauteilgröße und Umgebungstemperatur.
4. Gleitfähigkeit und Sitz prüfen
Die Prüfung erfolgt am montierten Bauteil: Der Ring muss sich fügen lassen, ohne zu wandern oder zu verformen. Ein Beispiel: Ein Sicht- und Funktionscheck nach dem ersten Takt zeigt, ob der Film gleichmäßig sitzt. Nur wenn Sitz und Gleitwirkung stimmen, ist der Prozess freigegeben.

